Dialog mit einem Toten

1998 besorgte mir mein Bruder Christoph von der Buchmesse die umfangreiche Sonderedition (1667 S.) aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90 zur Deutschen Einheit.  Am 26. 6. 1999 konnte ich von Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel, einem der ranghöchsten westdeutschen Aufbauhelfer in den Neuen Bundesländern, hierin ein Autogramm in grüner Tinte erhalten. Danach sandte ich das Buch zu Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl mit der Bitte um ein Autogramm, was er mir am 9.11.1999 in schwarzer Tinte über Vogel gewährte. Ebenfalls in schwarzer Tinte, diesmal unter Vogel, folgte ein Autogramm am 20.8.2001  vom ehemaligen Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzlers Hans-Dietrich Genscher, dem bedeutenden Diplomaten der Einheit. Vera Lengsfeld, über die Thüringer Landesliste ehemalige MdB zunächst der Grünen, dann der CDU, versuchte ich eine Wohnung in Tonndorf bei Erfurt zu vermitteln, setzte sich am 1.11.2001 in blau neben Vogel. Sie war ab 1981 als Bürgerrechtlerin in der DDR aktiv, wurde 1983 aus der SED ausgeschlossen und von ihrem damaligen Ehemann Knud Wollenberger im Auftrag des MfS bespitzelt. 1990 gehörte sie der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an(Wikipedia).

Nun ergab es sich, daß sich Michail Gorbatschow anläßlich des 2.  Petersburger Dialogs vom 8.-10. April 2002 in Weimar aufhielt: .“ Russen und Deutsche wollten eine Annäherung, sagte Michail Sergejewitsch, aber zunächst gehe es darum, „den Inhalt unserer Beziehungen neu zu definieren“. „Wir wollen einen konstruktiven Geist“, sagte der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow zum Auftakt der Diskussionsveranstaltung von 150 Deutschen und Russen aus dem öffentlichen Leben ihrer Länder.  Dieser Petersburger Dialog wurde von Schröder und Putin ins Leben gerufen (vgl. Potsdamer Neue Nachrichten sowie FAZ, 9.4.2002 und SZ, 8.4.). Beide weilten in diesen Tagen ebenfalls in Weimar zu den 5. deutsch-russischen Regierungskonsultationen und sprachen Grußworte zu den Dialogteilnehmern. Putin:“ Schon die Atmosphäre Weimars, das große Musiker, Schriftsteller und Denker hervorgebracht hat, ist günstig für einen außergewöhnlichen Austausch. Weimar ist die Wiege der ersten deutschen Verfassung, der deutschen Demokratie, und der Geist der Freiheit, der hier herrscht, verleiht dieser Stadt Offenheit.“(vgl.: petersburger-dialog.de)

Am 9.4. 2002 machte ich mich morgens um 5.00 Uhr mit meinem Buch zur Deutschen Einheit von Tonndorf auf nach Weimar und dachte, Gorbatschow sei sicher im Grandhotel Russischer Hof abgestiegen. Dort eingetroffen war alles noch völlig ruhig. Keinerlei Sicherheitsbeamte vor dem Hotel und so ging ich einfach rein, setzte mich in ein Sofa im Eingangsbereich, von dem aus ich alles überblicken konnte und harrte längere Zeit der Dinge, die da kommen sollten oder nicht. Allmählich regte sich Leben, ich wähnte Sicherheitsbeamte und jemand, der wichtig und ebenfalls wartend aussah, setzte sich neben mich. Ich blätterte locker in meinem dicken Buch, um zu zeigen, daß keine Bombe drin war, und kam im bald folgenden Gespräch auf mein Autogrammanliegen.  Der kompetente Gesprächspartner hatte Verständnis für mein Ansinnen und meinte, nachher käme zuerst Gorbatschows  Tochter aus dem Aufzug. Mit ihr sollte ich meinen Wunsch besprechen. Genauso geschah es bald darauf und auf Englisch fand ich ein freundliches Entgegenkommen.

Nun wurde ich schon recht aufgeregt, aber jetzt galt es durchzuhalten. Es dauerte auch nicht lange, da öffnete sich der Aufzug wieder und Gorbatschow trat heraus in Mantel und Begleitung weiterer Personen im Begriff das Hotel zu verlassen. Dieser Gruppe schloß sich seine Tochter an und zielstrebig ging es Richtung Ausgang. Da trat ich gefaßt heran und fragte: „Mr. Gorbatschow, would you be so kind….?“ Alles blieb stehen  und seine Tochter erklärte etwas auf russisch. Gorbatschow sprach in fester russischer Sprache, während ich ihm das geöffnete Buch mit meinem Kuli reichte. Da erkannte er plötzlich das Autogramm von Helmut Kohl, seine Stimme wurde ruhiger; zugeneigt und bewundernd freundlich zeigte er das Autogramm  seinen Gefolgsleuten. Sogleich setzte auch er seine Unterschrift und gab mir das Buch zurück. Nun war ich ganz schön fertig ob der besonderen gefühlsvollen Situation, die ich am frühen Morgen unbeabsichtigt ausgelöst hatte, und gestehe, den Tränen nahe, stotterte irgendeinen Dank und alle gingen weiter. Für einen Moment war nochmal eine alte russisch-deutsche Männerfreundschaft (vgl. SZ vom 15.7.2009) aufgeleuchtet, die soviel politisch Positives nicht nur für Deutschland und Russland gebracht hat.

Mein Onkel, Prof. Dr. phil. Werner Krämer, Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts  Berlin (1972-1979, vgl.: Bierbrauer, Jahrbuch der Bayerischen Wissenschaften 2007 S. 134), ebenfalls wie alle seine 3 Brüder Kriegsteilnehmer und Invalide des 2. Weltkrieges, der am Telefon aufmerksam meinem späteren Bericht über diese besondere Begegnung zuhörte, meinte nur kurz  anerkennend: „Früher wärst du dafür erschossen worden.“   

Es ist meine sichere Auffassung, daß der oben einerseits von Gorbatschow beschworene konstruktive Geist und andererseits die damalige konkrete politische Umsetzung von Putin und Schröder ganz im friedlichen Sinne der deutschen und der russischen Bevölkerung war und ist, im Gegensatz zu den derzeitigen tödlichen kriegerischen Verirrungen. Hören wir nicht auf, immer wieder an das Gute und Mögliche zu glauben! Es bedarf stets mutigen Führungspersönlichkeiten und ausdauernden Diplomaten. Vielleicht mal wieder in Weimar.

Hermann Krämer
www.wahlrechtsreform.com

Lebens-Geläuf

17. August 1952 Hermann Gustav Krämer Augenöffnung als 6. von 7 Kindern

katholisch

Der Beinamen Gustav weist auf meine Patentante Lydia Radbruch, 2. Frau von Reichsjustizminister Prof. Dr. jur. Gustav Radbruch (SPD) hin. Während seiner Amtszeit wurden einige bedeutende Gesetze ausgearbeitet, so zur Zulassung von Frauen zum Richteramt (vgl. Wikipedia).
Eltern Landrat Dr. jur Hermann (BKS – AK)
und Martha Krämer, geb. Rummel

Vater: Vorsitzender Landkreistag Rheinland-Pfalz, Vizepräsident Deutscher Landkreistag (vgl. Wikipedia)
Mutter: medizinisch-technische Assistentin)
Großeltern Dr. phil Max und Martha Krämer, geb. Reichwein
sowie
Kirchenbauarchitekt und Knopffabrikant Christoph und Lilli Rummel, geb. Badorff.

Die Brüder Christoph und Hans Rummel erbauten u.a. 1923–1925: katholische Kirche St. Johannes der Täufer in St. Goarshausen. Sie ist seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal (Wikipedia).

Niemand kommt alleine auf die Welt. Seien wir dankbar gegenüber unseren Ahnen, die uns begleiten.
Ausbildung Besuch der 3 Volksschulen in Altenkirchen, Bernkastel und Kues,
des Nikolaus- von-Kues-Gymnasiums, Peter-Kremer-Weg 4 (Peter Kremer war mein Klassenlehrer)
und des Westerwald-Gymnasiums Altenkirchen, Abitur.

Zeitsoldat in Mannheim und Mayen, Fähnrich.

Verwaltungsschule Koblenz,
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Kaiserslautern mit dem Abschluß Diplom

Protokollschulung beim Deutschen Bundestag in Bonn.
Beruf Inspektor Kreisverwaltung Neuwied: Waffen- und Jagdrecht
Bei der Durchforstung sämtlicher Waffenbesitzkarten stellte ich zahlreiche Unregelmäßigkeiten fest. So besaß u.a. mein damaliger Chef, Landrat Josef Oster, noch eine Dienstpistole, die ich einzog, da kein Bedürfnis vorlag. Mit dem damaligen Kreisjagdmeister Friedrich Wilhelm Fürst zu Wied arbeitete ich an der Einführung des 3-Jahresjagdscheins auf Landesebene zusammen, was aber am zuständigen Ministerialbeamten in Mainz zunächst scheiterte.

Assistent Verwaltungsleiter Pfalztheater
Abriß der seit 1708 bestehenden Trennmauer zwischen evangelischen und katholischen Christen in der ehemaligen Zisterzienser Abtei Otterberg durch das Zusammenführen in dieser Angelegenheit der Persönlichkeiten von Abt Dr. Thomas Denter, Kloster Marienstatt, Landrat Rudolf Tartter und Ministerpräsident Prof. Dr. Bernhard Vogel.

Verwaltungsleiter Volkshochschule Neustadt an der Weinstraße

Oberinspektor Landtagsverwaltung Rheinland-Pfalz

Mitarbeiter in den Bereichen Organisation, Protokoll, Wissenschaftlicher Dienst
Hier kam die Gelegenheit durch die Verbindung der parteipolitisch gegensätzlichen Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten mit der verdienten Ausschussvorsitzenden, Landtagsvizepräsidentin, Bäuerin Helma Schmitt, in der entscheidenden Ausschusssitzung etwas Großes zu erreichen(vgl. Beitrag „Nikolaus von Cues“): Die Einführung des 3- Jahresjagdscheins wurde beschlossen, nachdem dem wiederum ablehnenden zuständigen Fichtenmonokultur-Ministerialbeamten von dem weitsichtig erkennenden Minister Dr. Langen Zurückhaltung geboten worden war.

Amtmann Aufbauhelfer Landtagsverwaltung Thüringen

Referatsleiter Haushalts-und Finanzausschuß, Bildungsausschuß, Gleichstellungsausschuß sowie Parlamentssekretariat

Referent Petitionsausschuß

Regierungsdirektor a.D.

geschieden
welt-all-offen
2 Kinder
Ehrenamtliche TätigkeitGemeinderatsmitglied und stellvertr. Bürgermeister der Gemeinde Tonndorf/TH

Neubau des Kindergartens, Wiedereinführung des täglichen Glockengeläuts der örtlichen evangelischen Kirche.

ehemaliges aktives Mitglied im Tonndorfer Volkschor e.V.

Friedhofserneuerung Weg, Bepflanzung, Brunnenbohrung mit Handpumpe

wesentliche Schuldenreduzierung u.a. durch Herabsetzung der Sitzungsgelder und des Bürgermeisterhonorars; Verkauf unnötiger Gemeindegrundstücke  und -Gebäude an Privateigentümer und Schaffung eines Neubaugebietes.

Initiierung eines alljährlichen Skilagers des Gymnasiums bei der Familie Sepp Wöhrer auf der   Geisl-Hochalm in Bramberg am Wildkogel
Begegnungen mitProf. Dr. Walter Hallstein, Erster Präsident der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft; Michail Sergejewitsch Gorbatschow, Staatspräsident der UdSSR (Signatur neben Helmut Kohl und Hans-Dietrisch Genscher, Deutsche Einheit); Abt Prof. Dr. Laurentius Klein, Dormtion Abbey Jerusalem; Bundeskanzlerin Frau Dr. rer.. nat. Angela Merkel (Signatur auf meinem T-Shirt „5-Jahre Wahlperiode); Die Künstler und Graphiker A. Paul Weber, Hans Fronius, Andreas Dorfey, Maria Schommer, 95, Hunsrücker Frau des Försters Franz Schommer aus Hinzerath; Helga Janowitz.
zur ZeitBundestagskandidat „Wahlrechtsreform“
im Wahlkreis 200 Mosel/Rhein-Hunsrück